Der Tuspo Nürnberg musste sich am Sonntagnachmittag beim Oberliga-Absteiger HSG Lauf/Heroldsberg mit 27:34 (12:18) geschlagen geben, wobei nach dem Abpfiff vor allem das unangenehme Gefühl vorherrschte, dass hier mehr drin gewesen wäre.
Die Rollen vor dem Anpfiff in der Heroldsberger Sporthalle waren von vornherein klar verteilt: Als frischgebackener Aufsteiger aus der Bezirksliga reiste der Tuspo als klarer Außenseiter zum Oberliga-Absteiger. Personell gab es dabei im Vorfeld gemischte Vorzeichen. Während der Tuspo im Vergleich zu den Vorwochen endlich wieder besser und breiter besetzt antreten konnte, mussten die Gastgeber erneut auf ihren eminent wichtigen Mittespieler Ben Bauer verzichten.
Trotz dieser Schwächung der HSG machte es der Tuspo den Hausherren von Beginn an oft zu leicht. Lauf/Heroldsberg agierte zwar gewohnt souverän, rief aber keineswegs eine außergewöhnliche Spitzenleistung ab. Stattdessen luden die Nürnberger den Favoriten durch einfache Fehler und Ballverluste immer wieder zu leichten Toren ein. Vor allem der wurfgewaltige Nils Kemper überzeugte bei den Gastgebern mit brandgefährlichen Abschlüssen aus dem Rückraum und erzielte sieben Feldtore. Zudem untermauerte Tim Hager seinen Ruf als Toptorjäger der Liga und steuerte acht Treffer zum Heimsieg bei. So zog die HSG folgerichtig über ein 10:5 bis zur Pause auf 18:12 davon.
Nach dem Seitenwechsel zeigte der Tuspo jedoch Moral. Begünstigt durch eine Überzahlsituation kämpfte sich das Team mit einem schnellen Zwischenspurt auf 15:18 heran und bewies, dass man mit dem Favoriten spielerisch durchaus mithalten kann. Die Hoffnung währte allerdings nur kurz, da die HSG postwendend mit einem eigenen 4:0-Lauf zum 22:15 antwortete und die Partie wieder unter Kontrolle brachte. Wie auch in der 1. Halbzeit begünstigt durch Nürnberger Nachlässigkeiten im Abwehrverbund und letztlich ein paar technische Fehler zu viel, um die Gastgeber nochmal richtig zu gefährden.
In der Offensive des Tuspo setzten an diesem Tag vor allem Marc Simon mit 12 Toren (davon 7 Siebenmeter) und Philipp Graf mit einer starken Leistung und ebenfalls 5 Treffern aus dem Spiel heraus die Akzente. Am Ende stand eine 27:34-Niederlage auf der Anzeigetafel, die aufgrund der eigenen Fehlerkette etwas zu hoch ausfiel.
Das Spiel zeigte deutlich: Als Aufsteiger muss jeder in der Mannschaft das gewisse Etwas mehr in die Waagschale werfen, um einen etablierten Gegner zu bezwingen. Diese Lesson Learned kann die Mannschaft bereits nächste Woche bei einem ähnlich starken Team in Wendelstein beweisen – Bollwerk hinstellen, Fehler abstellen, dann muss man sich nach dem Abpfiff nicht erneut grämen, dass eigentlich mehr drin gewesen wäre.