Rückraum-Seuche beim Favoriten – Spielbericht vs. Wendelstein

Der Tuspo musste sich am Samstagabend beim ambitionierten Drittplatzierten der Vorsaison, dem TSV Wendelstein, mit 27:36 (9:18) geschlagen geben.

Die Rollen vor dem Anpfiff im Wendelsteiner Gymnasium waren von vornherein klar verteilt: Der Tuspo reiste als Außenseiter zu den ambitionierten Gastgebern, um ein dickes Brett zu bohren. Personell gab es dabei im Vorfeld erneut bittere Vorzeichen, denn die anhaltende Rückraum-Seuche beim Tuspo verschärfte sich weiter. Während den Trainer Majcen und Schoch eigentlich eine volle Bank zur Verfügung stand und genug Spieler die Reise in die Nürnberger Peripherie antraten, klaffte auf den Rückraum-Positionen ein deutliches Loch. Mit Schlenker fiel der nächste wichtige Rückraumspieler aus, zudem musste Talent Merz aus beruflichen Gründen passen. Diese personelle Misere bürdete den verbliebenen Spielern eine enorme Last auf, die gegen einen solch arrivierten Gegner kaum zu kompensieren war.

Der Wille war da, doch machte es der Tuspo den Hausherren in der ersten Halbzeit viel zu leicht und lieferte im Abwehrverbund schlichtweg nicht ausreichend Gegenwehr. Wendelstein nahm diese Geschenke dankend an. Allen voran Möller und Freller nahmen das Heft des Handelns entschlossen in die Hand und kurbelten das Spiel der Gastgeber an. Über ein schnelles 3:0 setzten sich die Gastgeber bereits nach 15 Minuten folgerichtig auf fünf Tore zum 11:6 ab. Insgesamt präsentierte sich der Tuspo im ersten Durchgang zu schwach, um konkurrenzfähig zu sein, sodass es mit einem deutlichen 9:18-Rückstand in die Kabine ging.

Der Start in die zweite Halbzeit ließ direkt Schlimmes befürchten, als sich die Nürnberger zu allem Überfluss durch einen Wechselfehler sofort eine doppelte Unterzahl einhandelten. Doch die Mannschaft bewies echte Moral und biss sich beeindruckend zurück in die Partie. Mit einem deutlich variableren Angriffsspiel agierte der Tuspo nun absolut auf Augenhöhe mit den Wendelsteinern. Besonders Philipp Schardt trug mit einer äußerst effektiven zweiten Halbzeit (sowohl über Rechtsaußen als auch über schnelle Gegenstöße) die Tore bei, die in den ersten 30 Minuten noch so schmerzlich vermisst worden waren. Auch Philipp Graf fand nach dem Seitenwechsel immer besser zu seinem Spiel und setzte wichtige Akzente.

Doch dann folgte der nächste bittere Rückschlag: Graf wurde bei einer Aktion hart im Gesicht getroffen und fiel mit einer Platzwunde für den Rest der Partie aus. Diese Szene war bezeichnend für den Abend, denn die Strafenverteilung der Unparteiischen blieb bis kurz vor dem Ende zumindest diskussionswürdig. Erst als in dieser Situation sprichwörtlich das Blut spritzte, begann das Schiedsrichtergespann auch bei den Wendelsteinern die grenzwertige Härte zu ahnden. Gelegenheiten für frühere Zeitstrafen gegen die Hausherren hätte es in einigen Szenen durchaus gegeben.

Trotz der deutlichen Leistungssteigerung schaffte es das dezimierte Team nicht mehr, den Rückstand auf weniger als sechs Tore (31:25, 52.) zu verkürzen. Das lag letztlich aber v.a. am Tuspo selbst, unter anderem an der mangelnden Ausbeute vom Strich … nur 4 von 8 Siebenmetern fanden den Weg ins Ziel.

Am Ende stand eine 27:36-Niederlage auf der Anzeigetafel. Der Favorit gewinnt klar, da er über die gesamte Spielzeit von der zu schwachen ersten Hälfte des Tuspo zehrte.

Die Entwicklung aus dem zweiten Durchgang macht jedoch definitiv Hoffnung für die kommenden Aufgaben, da man dem Favoriten trotz aller Widerstände Paroli bot. In diesem Spiel kam der Wandel zu spät, aber womöglich gerade rechtzeitig für die nächsten Partien.

Jetzt geht es allerdings erst einmal in ein spielfreies Wochenende. Diese Pause kommt für die Mannschaft wie gerufen – in der Hoffnung, dass sich der eine oder andere verletzte Akteur auskurieren kann, um bald wieder voll anzugreifen.