Der zweite Spieltag der neuen Saison hielt sofort eine echte Standortbestimmung parat. Nach dem Auftaktsieg ging es beim ersten Heimspiel direkt um wichtige Punkte, um zu beweisen, dass der Tuspo in dieser Liga angekommen ist. Dass der Aufsteiger gegen ein Mitaufsteiger gewinnen konnte, rang der Konkurrenz nur ein müdes Lächeln ab. Warten wir mal, bis sie auf echte BOL Teams treffen… Nun wartete mit der etablierten BOL Truppe aus dem Fürther Land (Zirndorf + sonstige Fürther) jedoch ein ganz anderes Kaliber.
Die Gäste liefen mit allem auf, was ging, um ihre eigene Auftaktniederlage vergessen zu machen. Die personelle Ausgangslage blieb für den Tuspo derweil eine Herausforderung. Weiterhin geplagt von empfindlichen Ausfällen (vor allem im Rückraum) musste das Team erneut improvisieren. Umso wertvoller, dass Philipp Graf alles möglich machte und während des Spiels zum Team stieß.
Unbeeindruckt von diesen Voraussetzungen begann der Tuspo stark und stabil – auch wenn es zwischenzeitlich mal nicht ganz glatt lief. Selbst ein zwischenzeitlicher Drei-Tore-Rückstand ließ den Tuspo unbeeindruckt. Auffällig selbstbewusst agierten die Gastgeber, legten mit schön herausgespielten Toren nach und fand immer die passende Antwort. Während Marc Simon alle seine Versuche vom Strich nervenstark und sauber im Tor unterbrachte, offenbarten die Fürther zudem eine eklatante Siebenmeterschwäche. Kurz vor dem Pausenpfiff war es schließlich der dazugestoßene Graf, der mit seinem ersten Treffer die 15:13-Halbzeitführung markierte.
Wann kommt der Favorit aus Fürth in Fahrt? Nun in Halbzeit 2 vielleicht – schließlich drehte Roßtal vergangene Woche nach der Pause die Partie. Läuft es diesmal auch so? Nein. Es blieb zwar eng, aber am Drücker war stets der Tuspo. Gelingen konnte dies, weil das Abwehrbollwerk um Schnapp und Plum weiterhin exzellent stand. Dazu zeigte sich Kapitän Niklas Wahl gewohnt treffsicher auf Rechtsaußen. Dieser brachte sich im weiteren Verlauf jedoch etwas zu energisch ein und bekam letztlich mit der dritten Zeitstrafe die Quittung in Form einer roten Karte. Gerechtfertigt oder nicht – egal, der Tuspo musste in der Schlussphase extrem beißen. Und er tat es. Graf ackerte im Angriff weiter, als wäre er auf dem Bau. Hinten vernagelte Chris Klöpfer das Tor und hielt in den entscheidenden Phasen einfach mal alles. Schnapp und Plum, das Duo Infernale aus dem Innenblock der Hölle, raubten den Fürthern in der Defensive jeglichen Spaß am Spiel. Und dann war da noch dieser eine MVP-Moment: Wie nagelt dieser Marc Simon das Ding in Unterzahl aus 10 Metern in den Winkel? Mehr Statement geht nicht!
Zwar versuchten die Gäste in den Schlussminuten mit einer offensiven Deckung noch einmal alles, doch ihre Unzulänglichkeiten im Zusammenspiel konnten sie damit nicht mehr beheben. Philipp Graf machte 90 Sekunden vor dem Ende mit dem 28:26 den Deckel drauf. Die Mannschaft des Tuspo Nürnberg hat bewiesen, dass sie in die Bezirksoberliga gehört! Ein hochverdienter Heimsieg, für den sich das Team zu Recht von den Fans feiern lassen konnte.