Die Unschlagbaren schlagen sich selbst – Spielbericht vs. Mögeldorf

Am 12. Spieltag ist es passiert: Tuspo Nürnberg muss sich geschlagen geben. Die eigene Undiszipliniertheit war dabei der schwerwiegendste Faktor für die erste Niederlage in der laufenden Spielzeit.

Nach dem ausgedünnten Team zum Rückrundenstart vor einer Woche, konnte das Trainergespann Majcen/Schoch diesmal wieder auf einen breiteren Kader zurückgreifen. Neben Topscorer Joveski standen auch im Rückraum mit Fleischmann und Wick wieder mehr Alternativen zur Verfügung. Zudem war mit Keeper Klöpfer auch wieder ein zweiter Schlussmann im Kader.

Die Mögeldorfer derweil boten für den Angriff auf den Tabellenführer alles auf, was ihnen zur Verfügung stand. Gerade quantitativ hat das Team aus dem Osten Nürnbergs stets eine Menge zu bieten.

Die Partie begann ausgeglichen an Toren, aber auch an Strafen. Das Schiedsrichtergespann Gint/Smuda machte sofort klar, welche Gangart für heute anstehen sollte: ohne großes Gelbe-Karten-Vorgeplänkel schickten die Unparteiischen die Spieler direkt mit Zwei-Minuten-Strafen auf die Bank. Im Laufe der ersten Halbzeit wussten dies die Gäste besser für sich zu nutzen und konnten sich kurz vor der Pause erstmals auf drei Tore absetzen. Zwar performte das Team aus dem Nürnberger Norden noch nicht auf höchstem Niveau, doch war dies ob der Leistung der Gastgeber auch nicht nötig, um in Führung zu bleiben. Die trügerische Sicherheit auf Seiten des Tuspo wurde auch noch durch eine gute Leistung von Keeper Zäller unterstützt, der sich mal wieder seiner Lieblingsbeschäftigung widmete: Siebenmeter parieren. Immerhin zwei der fünf Versuche von der Linie sollten es heute schaffen an ihm vorbeizukommen.

Mit dem Stand von 12:14 endete die erste Halbzeit und damit auch die bis dahin weitestgehend souveräne Vorstellung des Tuspo.

Ab Anpfiff der zweiten 30 Minuten wurde es dann wild bis mitunter vogelwild, insbesondere auf Seiten der Gäste. Zum Auftakt, nach nicht einmal zwei Minuten, gönnten sich zwei Tuspo-Spieler direkt wieder Verschnaufpausen, wodurch sich der Tuspo einer doppelten Unterzahl ausgesetzt sah. Mögeldorf wollte dies nutzen, scheiterte jedoch an eigenen Unzulänglichkeiten. Neben weiteren Siebenmeterfehlwürfen schienen sie dem Tuspo in Sachen dämlicher Zeitstrafen in Nichts nachstehen zu wollen. Der ballverliebte Meier legt das Spielgerät nicht sachgemäß ab, zwei Minuten Pause dafür. Laienschauspieler Reiter fällt auffällig einfältig, auch Mögeldorf zwei Minuten zu fünft.

Was zu Beginn der zweiten Halbzeit noch ausgeglichen startete, strapazierten Majcens Männer nach nicht einmal 40 Spielminuten dann komplett über.

Der sonst für positiv Schlagzeilen bekannte Crazy Train des Tuspo bog nun mit atemberaubender Geschwindigkeit auf das Abstellgleis ab. Crazy Shit!

Minute 37, Zeitstrafe Plum. Minute 38, Zeitstrafe Meier. Minute 39, rote Karte Joveski. Dass sich am Rande dieser sinnfreien Selbstverstümmelung auch noch Kapitän Wahl eine Verletzung zugezogen hatte, setzte dem ganzen Wahnsinn die Krone auf. Der eingangs erwähnte breitere Kader reduzierte sich bedrohlich. Plötzlich war bei der Besetzung aller Positionen wieder Phantasie gefragt.

Von 15:17 wendete sich das Spiel in dieser kurzen Zeit zu 24:21 für die Gastgeber. War der Glaube an einen Sieg bis dahin noch nicht spürbar, flackerte nun doch bei dem einen oder anderen Mögeldorfer die Hoffnung auf zwei Punkte auf.

Tuspo versuchte die schockierenden Minuten irgendwie abzuschütteln und kämpfte um Tuchfühlung. Schlenker, der mittlerweile die für ihn ungewohnte Außenposition einnehmen musste, besorgte mit zwei Treffern wieder den Anschluss. Kaum warm geworden auf der Position, musste auch er für zwei Minuten vom Feld. Wieder zog Mögeldorf auf drei Tore davon.

Während die Heimfans auf der Tribüne bereits die Korken knallen ließen, konnten die Gastgeber immer noch nicht den Deckel drauf machen, weil Tuspo bei aller Mängel sich in Sachen Moral keine Vorwürfe machen musste. Mit dem 28:28 durch Braun sechs Minuten vor dem Ende war das Spiel tatsächlich immer noch offen.

Dass am Ende ein 32:31 für die SpV Mögeldorf auf der Anzeigetafel stand war in Anbetracht der sehr engen Schlussphase auch als glücklich zu werten. Dass es überhaupt so eng werden konnte, muss sich der Tabellenführer jedoch dick selbst ankreiden.

Auf die Tabellenplatzierung hat die Niederlage keine Auswirkung. Das Selbstverständnis des Spitzenreiters hat jedoch einen Kratzer erlitten. Unbesiegt ist Geschichte. Doch ohne Kratzer ein Handballspiel zu beenden ist äußerst unwahrscheinlich, eine ganze Saison ausgeschlossen. Daher ist die Niederlage zwar ärgerlich, dürfte aber spätestens am kommenden Wochenende wieder in den Hintergrund gerückt sein, wenn es die Mannschaft nach diesem negativen Ausreißer wieder besser machen kann.

Liebe Mitglieder, der Sportbetrieb kann ganz normal stattfinden. Sollte eine Trainingseinheit ausfallen, werdet ihr von Euren Trainer*Innen informiert. Bedenkt bitte, dass aufgrund der Schneemassen…