Neues

von den Handballern

Interview mit neuem Trainerduo der Damen

03.07.2020: Die „gezwungene“ handballfreie Zeit nutzten unsere Damen und das neue Trainerduo Marion & Wickie, um sich vorab etwas besser kennenzulernen.

Das Resultat daraus: Die Mannschaft stellt Fragen, die Trainer stehen Rede und Antwort:

  1. Was machst du denn beruflich?

Marion: Ich arbeite in einer radiologischen Praxis in Nürnberg (CT, Röntgen + Mammographie).
Wickie: Nach dem Abi und der Bundeswehr hatte ich keine Lust, zu Studieren. Deshalb habe ich eine Ausbildung zum Großhandelskaufmann gemacht. Bis auf ein kurzes Intermezzo (als ich in der Computerbranche tätig war), verkaufe ich seitdem Stahlrohre.

  1. Deine Stärken und Schwächen?

Marion: Stärken: Disziplin, Konsequenz, Hartnäckigkeit;
Schwächen: Faulheit, desaströses Zeitmanagement, katastrophaler Orientierungssinn.
Wickie: Ganz schwer zu sagen – eigentlich müssten das andere beurteilen. Ich würde sagen, dass ich oft das Wesentliche erkenne und mich hier auch darauf konzentriere. Mein scheinbar sinnvolles Zeitmanagement. Meine Apathie gegenüber Schmutz und Dreck. Absolut eiserne Disziplin und gleichzeitig meine maßlosen Undiszipliniertheiten. Ich vergesse nie „ wo ich her komme“. Kommunikationsfreudigkeit. Mein Lieblingswort ist gleichzeitig das härteste Wort der deutschen Sprache – nämlich NEIN. Konstruktiv zu kritisieren und kritikfähig (und nicht nachtragend) zu sein. Ich bin mir – wenn ich etwas sage – immer der Konsequenzen bewusst und nehme diese auch in Kauf. Ich vertrete meine Meinung auch, wenn ich damit anecke und kann mich so jeden Morgen auch noch im Spiegel anschauen. Ich bin mir im Regelfall der Tatsache bewusst, dass es ein unheimliches Glück war, wo und zu welchem Zeitpunkt ich geboren wurde, wie mich meine Eltern „großgezogen“ haben und was sie mir ermöglicht haben. Deshalb weiß ich es absolut zu schätzen, dass ich z.B. nicht auf der anderen Seite des Erdballs aufgewachsen bin – deshalb (SORRY) kotzt mich dieses – scheinbar moderne – Gejammer unserer Gesellschaft, wie schlecht es uns doch geht, total an!!!!! Was hier jetzt Stärken oder Schwächen sind, muss jeder selber beurteilen.

  1. Wo hast du selber gespielt?

Marion: DJK Falke Nbg., Tuspo Nbg., HG Quelle Fürth, HGN, HG bzw. HC Erlangen, ESV Regensburg.
Wickie: DJK Falke, TuSpo Nürnberg, HG Erlangen, HC Erlangen, DJK Langwasser, Diverse „All-Star-Teams“ auf Turnieren (mit z.T. sehr “interessanten” Mitspielern)

  1. Wie ist das Trainerduo entstanden und wie lange spielt/trainiert ihr beide schon Handball?

Marion: durch Interessengemeinschaft; Ich: ca. 25 Jahre, Zusammen: seit ca. 2006.
Wickie: Ich habe mit 12 angefangen, Handball zu spielen, meine erste Station als Trainer hatte ich witziger Weise beim TuSpo Mitte der 1980-er Jahre, seit 1999 gibt’s Marion und mich als Spieler – Trainergespann und seit 2006 stehen wir gemeinsam an der Seitenlinie.

  1. Welchen Stellenwert, hat Handball für dich?

Marion: Wenn ich was mache, dann richtig – ganz oder gar net und geht net, gibt`s net.
Wickie: Ich bin ein Mensch, der den Sinn seines Lebens noch nie in der Arbeit / im Beruf gesucht hat, sondern extremen Wert auf sein Privatleben gelegt hat. Hier spielte im Prinzip seit meinem 12. Lebensjahr Sport eigentlich immer eine ganz entscheidende Rolle. Generell gab es wenig Menschen, die 2005 gedacht hätten, ich könnte ohne Handball leben!!! Da ich mir in naher Zukunft nicht die Zeit nehmen kann (und will), um für weitere Triathlon-Langdistanzen zu trainieren und ich euch (wenn es wieder genehmigt wird) demnächst betreuen werde, liegt die Antwort klar auf der Hand. Und – wie ich bereits geschrieben habe – wenn ich etwas mache, dann richtig oder gar nicht.

  1. Warum trainierst du lieber eine Damenmannschaft?

Marion: Hab noch nie Jungs trainiert.
Wickie: Weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass Frauen leistungsbereiter und kritikfähiger sind als Männer. Weil Männer auch nicht so hart sind, wie sie sich gerne darstellen.

  1. Wie sieht denn dein „handballerisches“ Lieblingskonzept aus?

Marion: Guter Keeper, gute Abwehr, ein paar „schnelle Tore“/Gegenstoß und der Rest ergibt sich dann von selbst – so nach dem Motto: Alles was ich hinten nicht rein krieg, muss ich vorn nicht werfen. Schlaues Coachen – cleveres Taktieren. Gut auf Gegner und Schiedsrichter !!! eingestellt. Geringe Fehlerquote. Das Spiel des Gegners „zerstören“. Faire Sieger.
Wickie: Nachdem ich mal davon ausgehe, dass ihr wissen wollt, wie das im Spiel aussehen soll, sage ich ganz einfach: Eine gute, harte (aber faire) Deckung und eine starke Keeperin, die miteinander „spielen“. Hieraus sollte sich eine gute 1.+2. Welle ergeben. Vorne ist das extrem vom Gegner und dessen Abwehrformation abhängig. Theoretisch können wir vorne ohne Spielhandlungen agieren – solange das funktioniert – ok. Wenn wir nicht ins Spiel finden, sind Spielzüge sinnvoll – v.a., weil ihr alle die Abläufe kennen solltet und so mehr Struktur und Sicherheit ins Spiel kommt.

  1. Was war DEINE Motivation jetzt wieder eine Handballmannschaft zu übernehmen?

Marion: Lust hatte ich eigentlich immer und gereizt hat’s mich auch permanent, aber zeitlich bin ich halt durch einen 40-Stunden-Job, eigenes Training (Triathlon) und einen äußerst „betreuungsintensiven“ Wickie sehr reglementiert. Als wir im Dezember in der Sporthalle in Hilpoltstein waren und ich mal wieder Hallenluft schnupperte, dachte ich mir im Foyer: „Wie geil wär das, hier nach einem Sieg ein Bierchen zu trinken, eine Jubelfaust auf dem Spielfeld zu sehen, Fetz in der Kabine zu haben oder nach dem letzten Saisonspiel den Aufstieg oder Nicht-Abstieg zu feiern…“ Da hab ich gespürt: Jetzt wird’s aber wirklich wieder Zeit!
Wickie: Eigentlich dachte ich bereits 2009, dass es das für mich als Trainer war, v.a. weil mir klar war, dass ich wohl kaum mehr erreichen kann. Deshalb habe ich meine Priorität auf Marathon und Triathlon – in Kombination mit meiner Vorstellung von einer schönen Lebensweise – gelegt. Als 2018 der Club angefragt hat, wir ein Probetraining absolviert hatten, habe ich gemerkt, dass „das Feuer in mir noch richtig brennt“.

  1. Was erwartest Du von der Mannschaft…….

Marion: Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit, bedingungslosen Zusammenhalt, kurzum einen „verschworenen Haufen“.
Wickie: Dass alle an einem Strang ziehen und alles dafür tun, um das gemeinsame Ziel BZOL-Klassenerhalt zu schaffen. Das Credo von Marek Mintal („… wichtig ist nur Erfolg von ganze Mannschaft …“) uneigennützig zu verfolgen.
…….und was ist ein No-Go?
Marion: Atmosphärische Störungen, Lästereien, Zicken-Krieg, grundlose Unpünktlichkeit, unentschuldigtes Fehlen.
Wickie: Wenn mich jemand hintergehen will, „hinten rum“ redet bzw. sich bei jemand anderem beschwert, ohne mich selber darauf anzusprechen, wenn jemand meint mich verarschen zu können.

  1. Was ist dein Ziel mit uns für die kommende Saison?

Marion: Klassenerhalt, am liebsten mit Blick nach oben, viele schöne Abende beim Theo.
Wickie: Mein Ziel ist Klassenerhalt in der BOL und euch vielleicht flexibler und cleverer zu machen.

  1. Wer von Euch beiden hat die Hosen an bzw. wie teilt ihr die Trainingsaufgaben zwischen Euch auf?

Marion: Wickie ist für das große Ganze zuständig; Ich: Als Co-Trainer bin ich eher zuständig für’s Aufwärmprogramm inkl. Dehnen, Kraftgymnastik, Verletzungsprophylaxe, Spielzüge incl. Laufwege und Sperren oder Individuelles wie z. B. Überzieher, außerdem persönlicher Ansprechpartner für absolut ALLES.
Wickie: Marion ist die Co-Trainerin und meine härteste Kritikerin. Sie ist mehr für individuelle Dinge zuständig sowie die Spielzüge (ich kenne niemanden, den du Mitten in der Nacht aus dem Bett „hauen“ kannst, der dir dann schlaftrunken die Spielhandlungen fehlerlos erklären kann). Und – wir besprechen uns selbstverständlich bezüglich aller Trainingsinhalte und wie ich euch auf die jeweiligen Gegner einstelle. Die finalen Entscheidungen und die Verantwortung liegt letztendlich bei mir.

  1. Was magst Du nicht? (Als Handballtrainer in Bezug auf die Mannschaft/das Training)

Marion: Training: Quatschen, ständig Pieseln und Trinken gehen, offene Schnürsenkel, unaufgepumpte Bälle zu Trainingsbeginn;
Spiel: Demotivation, fehlende Stimmung auf der Bank, zugeknotete Trainingshosen, die beim Einwechseln nicht aufgehen.
Wickie: Mannschaft: Unmotivierte und lustlose Spielerinnen, die nicht ehrlich sind und „hintenrum“ lästern, anstatt konstruktive Kritik zu äußern. Spielerinnen, die das gemeinsam formulierte Saisonziel nicht rigoros verfolgen.
Training: Fadenscheinige Ausreden, warum man sich vor dem Training drückt und Spielerinnen, die andauernd quatschen und so das Training stören, anstatt sich zu konzentrieren und sich so zu verbessern.

  1. Lebst du das Handballspiel auf der Seitenlinie (also bist du mittendrin, statt nur dabei)?

Wickie: Antworten wir mal so: Ich werde es nie verstehen können, wie ein Trainer 60 Minuten schweigend an der Seitenlinie steht und lediglich Schiedsrichterentscheidungen kritisiert, anstatt mit zu fiebern und seiner Mannschaft durch Tipps und taktische Änderungen / Wechsel „zu helfen“.

  1. Was macht für Dich einen guten Handballer aus?

Marion: Handballverstand, guter Überblick vorne wie hinten, Disziplin, Fleiß, Motivation, Leistungsbereitschaft, Kampfgeist, Biss, Kondition, Konzentration, sich quälen können, denn Qualität kommt von quälen. Nur dann macht’s auch Spaß, denn nur Erfolg bringt Spaß.

  1. Warum hast du dich dafür entschieden uns trainieren zu wollen?

Wickie: Ganz einfach, ich habe gemerkt, dass mir Handball fehlt und ich richtig Bock habe, wieder als Trainer „einzusteigen“. Allerdings möchte ich momentan auf jeden Fall noch Zeit für mein eigenes Triathlontraining (derzeit nur noch Mitteldistanzen) haben. Mit euch passt das von den Rahmenbedingungen (passende Trainingstage und die Auswärtsspiele sind auch nicht weit entfernt). Deshalb habe ich auch letztens erst wieder eine Anfrage aus der 3. Liga sofort abgesagt. Unabhängig davon glaube ich, dass ihr noch über viel Potential verfügt, das nur „rausgekitzelt“ werden muss. Und – so wie es aussieht – muss ich mir keine Gedanken wegen eines zu kleinen Kaders machen müssen.

Vielen lieben Dank an Marion und Wickie für die ehrlichen Worte!

Nun geht es endlich wieder los in die Vorbereitung mit dem neuen Trainerduo und viel Vorfreude auf die gemeinsame Handball Zukunft!