Spielberichte der 1. Männermannschaft

Saison 2018/19

24.02.2019: TSV Wendelstein – Tuspo Nürnberg 24:32 (10:15)

Johanna König, längst verblichene Ikone vergangener Zeiten als „Klementine“ der Ariel- Waschmittel- Werbung, hätte wohl ihre helle Freude an dem Bezirksoberligaspiel TSV Wendelstein gegen TuSpo Nürnberg 24:32 (10:15) gehabt. Aber auch nur sie! Mit gebremsten Schaum, im Schonwaschgang und ohne Schleuderstufe absolvierten beide Teams ein Treffen, das bei böswilliger Betrachtung auch ein Spiel um den vorletzten Platz des Kleingiegerlesreuther Kirchweih- Cup hätte gewesen sein können. Nun gut, wird TuSpo sagen, wir haben klar gewonnen. Richtig! Und man lag während der gesamten Begegnung immer in Führung. Richtig! Der TSV zeigte sich völlig indisponiert, die spieltragenden Figuren kamen nicht zur Geltung. Auch richtig! Die TuSporaner zeigten, was sie können… oder auch, was sie eben nicht so können. Wiederum richtig. Was hätte man denn erwarten müssen(!) gegen den sich teilweise selbst im Wege stehenden Widerpart, auch schon nach wenigen Minuten? Mehr Ordnung im Spiel, andeutungsweise erfolgreiche Abläufe, mehr Gefahr für das Tor! Wenigstens der Blick für Lücken in der oftmals an eine Waldlichtung erinnernde Abwehr der Gastgeber mit folgendem Zuspiel für einen Treffer war erfreulich, die nur zwei Zeitstrafen und immerhin die 32 Erfolge zum Sieg, die erst einmal erzielt werden müssen! Und damit dem doch verhinderten Trainer Florian Majcen (weiter gute Besserung!) in dessen Credo Recht geben, dass alle erzielten Tore eines Spiels über 25 theoretisch zum Sieg reichen müssen. Stellvertreter Maxx Stannetter beschränkte sich auf eine unorthodoxe Auswechslungsstrategie, ließ auch mal Akteure lange zum Zuge kommen, die diesmal überraschend aufgeboten waren (es fehlten z.B. Schäfer, Eule, Forster) wie Harry Filipp, Christoph Ehemann und Matthias Tannenberger, die sich mit vier, einem und zwei Einschüssen „bedankten“. Ansonsten verzichtete Stannetter darauf, einer etwaigen, für schwerere Aufgaben in Frage kommenden Besetzung, die Gelegenheit zu geben, sich mehr aufeinander „einzuschleifen“. Besonders Michael Schlenker würde wohl insgesamt mehr Einsatzzeit brauchen und verdienen, um sich besser mit Haripow, Schießl und Eber („Duo SimAx“) abstimmen zu können. René Schoch tat auf der spielgestaltenden Mittelposition sein Möglichstes und kam in diesem Duell zu drei Treffern. Mit 10:15 wies der Halbzeitstand bereits auf den Sieger des Matches hin, das diese Bezeichnung wahrlich nicht so recht verdient hatte. Kein Äufbäumen, kein erkennbarer Kampfeswille, keine großen spielerischen Glanzpunkte, so schleppten sich die Minuten dahin. Ab und zu glichen sich die Schiris den Spielern an, der TSV dezimierte sich mit fünf Zeitstrafen immer wieder „rechtzeitig“ selbst und ließ den nur vereinzelt glänzenden TuSpo-Akteuren mehr oder weniger freien Lauf für ihre Tore, die dann doch wie reife Früchte vor ihre Füße bzw. in ihre Wurfarme fielen. Steffen Walk bestätigte seine Klasse im Siebenmeterwerfen (vier von fünf), Haripow musste sich seine Chancen auf Halblinks selbst erarbeiten infolge mangelnder erkennbarer Spielstruktur bei Manndeckungen in Halbzeit II und verschiedene Möglichkeiten zur Torquoten-Verbesserung wurden denn doch nicht erfolgreich abgeschlossen.(halt, doch! Von TW Adi Schauer, der ein „Empty Goal“ des Gegners nutzte). Fabian Eggen führte nach dem Treffen eine große Lippe, die aber von einem Schlag der TSV Abwehr herrührte. Ein paar kleine Punkte bleiben dennoch in Erinnerung aus diesem doch schnell zu vergessenden Treffen: Die Kultur untereinander bei den TuSpo- Cracks scheint intakt zu sein, was wohl das immer präsente gegenseitige Abklatschen und Anfeuern etc. bezeugt. Für die kommenden Spiele darf nicht nur das gegen Roßtal im Visier sein, sondern auch ein Augenmerk auf ein gutes bis sehr gutes Abschneiden gegen die oberen Mannschaften. Zudem wäre es falsch, das Wendelstein-Spiel überzubewerten in der Mannschafts- aber auch Individualleistung. Außerdem können/müssen wohl auch schon jetzt wieder (aus Sicht des Berichterstatter-Laien) erste Vor- Weichenstellungen für die nächste Saison getätigt werden!

Bericht: FRANZ SCHMIDT

TuSpo spielte mit Schauer (TW 1), Zäller; Walk (4/5), Schießl (3), Braun (3), Schoch (3), Eber (6), Schlenker (1), Ehemann (1), Haripow (1), Tannenberger (2), Gall (2), Eggen (1), Filipp (4). Coach Stannetter.

Und hier zum Spielverlauf:
https://bhv-handball.liga.nu/cgi-bin/WebObjects/nuLigaDokumentHBDE.woa/wa/nuDokument?dokument=meetingReportHB&meeting=6288447