Neues

von den Handballern

Neuer Männer-Trainer im Interview

Juli 2016:

Hallo Florian, 
Erstmal herzlich willkommen beim Tuspo Nürnberg. 
Du bist in der Region recht bekannt, bzw. auch der Name Heimpel. Für die, die dennoch nichts mit deinem Namen anfangen können, vielleicht kannst du kurz deinen handballerischen Werdegang beschreiben?

Florian Heimpel: Hallo, dass der Name Heimpel bekannt ist, liegt vor allem an meinem Vater Peter. Er leistet seit Jahren eine super Trainerarbeit sowohl im Auswahl-Bereich als auch im Vereinsbereich und hat diverse junge Spieler gefördert. Seit mein Bruder Daniel, die Münch Brüder usw. bei ihm waren, sind einige Jungs richtig gute und auch professionelle Handballer geworden. Auch hat er in den letzten Jahren immer wieder seine Teams auf eine neue Stufe gestellt. Dann natürlich auch durch meinen Bruder, der jahrelang ein höherklassiger Torwart war bis hin in den Kader der DHB Jugend. Ich selbst habe das Handball spielen in Nürnberg begonnen. Dann zog es mich jedoch recht früh über diverse Auswahlteams nach Erlangen zur damaligen HG, mit denen ich 2x bayrischer Meister wurde. Im Erwachsenen-Bereich durfte ich viele Vereine kennen lernen und so wäre die Liste eindeutig zu lang. Sicherlich eines meiner Highlights war, dass ich noch als Jugendspieler in der 3.Bundesliga in Rothenburg absolviert habe. Und auch die Zeit in Baden Württemberg will ich nicht missen. Im Großen und Ganzen bin ich über die, auch durch schweren Verletzungen, sehr kurze Zeit dennoch sehr froh, auch zum Teil einen Einblick in den professionellen Handball gewonnen zu haben.

Wie kam es, dass du in deinem recht jungen Alter auch schon auf der Trainerbank anzutreffen bist?

Florian Heimpel: Durch die diversen schwereren Verletzungen der Wurfhand und vor allem der Wurfschulter habe ich mich schnell für einen weiteren Weg, den des Trainers entschieden und begeistert, da abzusehen war, dass der Leistungshandball nicht sehr lange möglich ist. So machte ich ziemlich früh meinen Übungsleiterschein und arbeitete mich über viele Jugendmannschaften hoch, z.B. eine Männlichen C-Jugend in der Bayernliga in Burghausen. Immer in den Vereinen, in denen ich selbst gespielt habe, begleitend. Im Erwachsenen-Bereich habe ich die Damen II in Herzogenaurach von der Bezirksliga in die BOL auf einen oberen Platz geführt und zum Bezirkspokalsieg. Die Herren in der TS Herzogenaurach habe ich in der Bezirksoberliga ein Jahr betreut und bin dann nach tollen Jahren in Herzogenaurach letztes Jahr zu den Landesliga Damen des 1.FCN gewechselt. Zur kommenden Saison werde ich zusätzlich zu den Tuspo Nürnberg Herren auch weiterhin in Herzogenaurach tätig sein und meine D-Mädels betreuen, ich wohne ja auch dort. Und der Verein ist mir über die Jahre sehr ans Herz gewachsen, vor allem durch Christine Odemer (Abteilungsleiterin) aus Herzogenaurach, die mich immer unterstützt hat und die den Wechsel nach Nürnberg verstanden hat, dass ich auch gerne noch eine Seniorenmannschaft leiten will. Jedoch zusätzlich noch im Jugendbereich tätig zu sein, ist mir wichtig, da ich auch als Seniorentrainer vielen Jugendspielern eine Chance gebe und gerne mit Ihnen an ihrer Entwicklung arbeiten möchte.

Wieso hast du dich dem Tuspo Nürnberg angeschlossen und wie willst du deine gesteckten Ziele erreichen?

Florian Heimpel: Die Anfrage kam schon relativ früh. Da ich ein Mensch bin, der gerne im Voraus, bevor er wo zusagt, (auch aus Erfahrungen) sich gerne ein persönliches Bild macht, war dies einer der ersten Kontakte. Außerdem wollte ich unbedingt in den Herrenbereich und nach Jahren im Damenbereich neue Erfahrungen sammeln. Tuspo Nürnberg in Person von Jörg Blinde hat sich zusammen mit Klaus Axmann (Nürnberger Westen, Kooperation im männlichen Jugendbereich) sehr viel Mühe gegeben. Und beide haben mir vermittelt, dass sie etwas bewegen wollen. Außerdem kenne ich aus dem aktuellen Kader der Herren noch den ein oder anderen Spieler. Ich glaube, dass in der Mannschaft mehr steckt als ein 5.Platz in der Bezirksliga Mittelfranken. Meine Ziele sind es, ein wenig Aufbruchsstimmung zu verursachen, die Mannschaft in ein neues Fahrwasser zu bekommen. Jedem klar zu machen, mit einem Trainerwechsel kommen neue Impulse. Das Bewusstsein schaffen, jeder muss sich anstrengen und neu beweisen. Ich möchte die Trainingsintensität eher wie bei einer Landesligamannschaft hoch halten, möchte mit der Mannschaft viele neue Reizpunkte setzen. Sicherlich fordere ich sehr viel mehr vom Team, als es ein „normaler“ Bezirksligatrainer tut. Ich hoffe, dass die Mannschaft mich unterstützt und mitzieht, denn es ist nur gemeinsam möglich. Dann werden wir unsere Ziele erreichen.

Im Augenblick spielen Nürnberger Mannschaften leider nur bis hin zur Bezirksoberliga, nur eine Saison gab es mal Landesliga in den letzten Jahren. Wie siehst du die derzeitige Situation im Nürnberger Handball?

Florian Heimpel: Im Nürnberger Handball arbeiten meiner Meinung nach leider noch zu viele Mannschaften gegeneinander als miteinander. Jedoch ist dieses Problem schon seit Jahrzenten da. Ich glaube jedoch, dass eine Reihe von Personen sehr gute Arbeit machen. Sei es ein Björn Weltzien (erst Eibach, jetzt Post), den ich sehr schätze, oder auch ein Markus Korn (Post jetzt Heroldsberg). Ich denke, auch wenn nicht ganz Nürnberg, so ist mit Lauf/Heroldsberg ein Verein, der für sich über kurz oder lang zu den Besten in Bayern gehören will. Was dahinter kommt, ist leider wirklich nur in der Bezirksoberliga. Jedoch in der Region Nürnberg nach Erlangen und der HSG Lauf/Heroldsberg ist sicherlich noch Steigerungsbedarf im männlichen Bereich und es ist auch möglich. Alles steht und fällt mit einer guten Jugendarbeit. Sicherlich ist da der TV Roßtal, die alles aus eigenen Leuten machen und mit einer sehr guten Jugendarbeit in Personen wie I. Gömmel und der Familie Gerbing ein Vorbild. Ich denke, Tuspo Nürnberg hat einen guten Schritt mit der Jugendarbeit und der Zusammenlegung mit dem HV Nürnberg Westen getan. Dies wird natürlich seine Zeit brauchen, jedoch wenn man akribisch diese Beziehung pflegt, Früchte tragen wird.

Wenn du ausnahmsweise mal nichts mit Handball machst, wie vertreibst du dir dann die Zeit?

Florian Heimpel: Die wenige Zeit nach Jugendarbeit und jetzt den Herren, dazu kommen ja Spieler- und Spielesichtungen hinzu, gehört meiner Freundin, die mich immer unterstützt und Verständnis zeigt. Daher hat sie dann auch die restliche Zeit mehr als verdient, die wir dann sehr oft mit Ausflügen in die Natur oder Aktivitäten in der Natur verbinden.

Florian, ich danke für das Gespräch und wünsche Dir eine erfolgreiche Saison mit der Männermannschaft.

Interview: Robert Butze